OpenAI öffnet ChatGPT Health für alle US-Nutzer. Wer möchte, kann Krankenakten und Apple-Health-Daten mit dem Chatbot verbinden.
OpenAI verknuepft den Chatbot mit medizinischen Akten und Apple Health - und behauptet, die Modelle koennten inzwischen besser argumentieren als Aerzte.
OpenAI will nicht mehr nur beim Schreiben von E-Mails helfen, sondern auch beim Verstehen des eigenen Blutdrucks. Am Donnerstag oeffnete das Unternehmen seine neue Funktion 'Health in ChatGPT' fuer alle Nutzer in den USA. Damit rueckt der Chatbot in einen Bereich vor, in dem bisher Aerzte, Krankenkassen und spezialisierte Apps das Sagen hatten - und OpenAI formuliert dabei einen bemerkenswert selbstbewussten Anspruch.
Konkret koennen berechtigte US-Nutzer ihre medizinischen Akten sowie Daten aus Apple Health mit ChatGPT verbinden, um personalisierte Einordnungen zu bekommen. Laut TechCrunch lassen sich zusaetzlich Dienste wie Function und MyFitnessPal integrieren. Waehrend eines Briefings sagte Ashley Alexander, Vice President of Health Product bei OpenAI, laut The Verge, die Modelle des Unternehmens seien 'nun in der Lage, auf einem Niveau zu argumentieren, das besser ist als das von Klinikern'. Der offizielle OpenAI-Blogbeitrag beschreibt das Ziel nuechterner: Nutzer sollen ihre Gesundheit besser verstehen und persoenlichere Einsichten bekommen, wobei die Daten 'sicher' verbunden wuerden.
Die Ankuendigung ist relevant, weil sie zwei Entwicklungen zusammenbringt, die einzeln schon Sprengkraft haben. Zum einen wird ein Massen-Chatbot zur ersten Anlaufstelle fuer eine sehr persoenliche Frage - 'Was bedeutet dieser Laborwert?'. Zum anderen fliessen dabei sensibelste Daten in ein System, das bisher vor allem als Textgenerator bekannt war. Fuer klassische Gesundheits-Apps und Telemedizin-Anbieter erhoeht sich der Druck spuerbar: Wenn ChatGPT ohnehin schon auf jedem Rechner laeuft, warum dann noch eine separate App oeffnen? Auch fuer Hausaerzte stellt sich die Frage neu, wie sie mit Patienten umgehen, die mit einer KI-Vorab-Diagnose in die Sprechstunde kommen. Die Aussage, KI-Modelle argumentierten inzwischen besser als Kliniker, duerfte in Aerzteverbaenden fuer deutlichen Widerspruch sorgen - im Material selbst wird sie nur als Zitat wiedergegeben, ohne Belegstudie.
Unklar bleibt im vorliegenden Material einiges. Es ist nicht ausgefuehrt, welche technischen und rechtlichen Schutzmechanismen konkret greifen, wenn ChatGPT medizinische Akten verarbeitet - der OpenAI-Blog spricht lediglich von 'securely'. Offen ist auch, wer genau als 'eligible' gilt, ob es Altersgrenzen oder Ausschluesse fuer bestimmte Diagnosen gibt und wie ChatGPT mit Notfallsituationen umgeht, etwa bei Hinweisen auf Suizidalitaet oder akute Symptome. Ebenfalls nicht im Material belegt: ob und wann die Funktion ausserhalb der USA verfuegbar sein soll - fuer Deutschland und die EU mit ihrer strengen Datenschutzgrundverordnung waere das eine eigene Baustelle. Die Behauptung 'besser als Kliniker' bleibt zudem eine Unternehmensaussage ohne veroeffentlichte Vergleichsdaten in den vorliegenden Quellen.
In den kommenden Tagen lohnt der Blick auf zwei Punkte: Wie reagieren US-Aerzteverbaende und Datenschuetzer auf die 'besser-als-Kliniker'-Aussage, und ob OpenAI konkrete Studien oder Benchmarks nachreicht, die diesen Anspruch stuetzen. Beides fehlt im aktuellen Material - und beides duerfte darueber entscheiden, ob ChatGPT Health als seriose Ergaenzung oder als PR-Vorstoss in Erinnerung bleibt.
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